Andreas Huber

Für eine nachhaltige Zukunft.

Andreas Huber ist Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft Club of Rome. CoR ist ein Zusammenschluss von Experten verschiedener Disziplinen aus mehr als 30 Ländern, Die gemeinnützige Organisation setzt sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Andreas Huber ist zudem seit über 10 Jahren leidenschaftlicher Keynote Speaker für Nachhaltigkeit und Wandel. Er nimmt eine zentrale Rolle in der Förderung von nachhaltigen Denkweisen ein.

Aufgewachsen in einem kleinen Dorf auf der Schwäbischen Alb, wurde er schon früh mit den Werten von Fleiß und Arbeitsethik vertraut, doch sein Lebensweg änderte sich entscheidend, als er während seines Studiums einen inspirierenden Vortrag hörte, der ihn dazu bewegte, seinen bisheriges Lebensmotto „Schaffe, schaffe, Häusle baue“ zu überdenken. Er entwickelte eine tiefe Überzeugung, dass eine gerechtere und nachhaltigere Welt möglich ist und begann, sich für diese Vision zu engagieren. Nach seinem Studium begann er als Praktikant bei der Deutschen Gesellschaft Club of Rome zu arbeiten.

Vier Jahre später wurde er zum Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft Club of Rome berufen und kurz darauf – mit nur 32 Jahren – auch als eines ihrer rund 45 Mitglieder. Andreas Huber durchlebte private und berufliche Krisen, doch er blieb sich treu und folgte seinem inneren Antrieb. Nachhaltigkeit ist für ihn eine Frage der Haltung und beginnt mit der Frage: „Wer will ich sein?“. Selbst Menschen für andere Denkweisen zu inspirieren, ist zu einer Leidenschaft geworden, die sein Publikum begeistert und ihn als Redner auszeichnet. Mit der Geburt seiner Zwillingstöchter im Jahr 2020 kehrte er heim auf die Schwäbische Alb, wo er mit seiner Familie lebt.

Sein Beitrag zur Aufklärung und Veränderung von Standpunkten ist von hohem Wert, da er die Menschen dazu inspiriert, aktiv Verantwortung für die Welt und unsere Zukunft zu übernehmen. Seine Arbeit ist ein Leuchtturm für alle, die einen positiven Einfluss auf die Welt ausüben möchten.

Ein Kurzinterview. Über das Lassen, was bisher als völlig normal gilt und über ein Feuer der Leidenschaft.

Wie sehen Sie die Welt im Jahr 2050 und was wünschen Sie sich?

Ich wünsche mir, dass meine Zwillingsmädchen – die dann 30 Jahre alt sein werden – auf unsere heutige Zeit zurückblicken und fast nicht mehr glauben können, dass die Welt noch in ihrer Kindheit an solch zerstörerischen Geschäftsmodellen und einem, den Planeten extrahierenden Modell festgehalten haben. Ich wünsche mir, dass zu dieser Zeit Werte wie Empathie, Demut und Respekt  – sowohl untereinander, wie auch gegenüber dem Planeten und seiner Bio-Geosphäre – eine zentrale Rolle spielen und erfolgreiche Geschäftsmodelle die Welt in ihrer Lebendigkeit wieder stärken: Also Regeneration als höchstes Maß allen ökonomischen Handelns.

Warum macht die Zukunft ein anderes Wirtschaften notwendig?

Wir haben verlernt, die Grenzen innerhalb derer wir stabil funktionieren, zu erkennen und respektieren. Das gilt sowohl für die ökologischen wie leider auch oftmals psychologischen oder sozialen Grenzen.

Erzählen Sie uns bitte von einem Schlüsselerlebnis, das Ihre Weltanschauung verändert hat.

Es war ein Studium Generale Vortrag des Club of Rome Mitglieds Prof. Dr. Radermacher. Der Vortrag war aus heutiger Sicht ein „Schwarzes Schwan Ereignis“. Ich war damals Student und besuchte den Vortrag eigentlich mit dem Gedanken, Punkte für ein Zertifikat zu erhalten. Als ich den Vortrag verließ, spürte ich ein Feuer der Leidenschaft für Gerechtigkeit und Respekt vor dem Leben in mir brennen, das bis heute anhält.

Was sind die für Sie wichtigsten Parameter der Qualitativen Ökonomie? 

Die Frage, was Lebendigkeit generiert. Lebendigkeit in uns, anderen Menschen, wie auch die Lebendigkeit in der Natur. Es gilt die planetaren Grenzen als sicheren Handlungsrahmen für unsere Spezies zu schützen, besser noch die Regenerationsfähigkeit des Planeten und seiner Erdsysteme wieder zu erhöhen. Innerhalb dieser Grenzen ist Wachstum ‚grenzenlos‘. Gleichzeitig gilt es zu identifizieren, was für unser Wohlbefinden essentiell ist und dies dann mit entsprechenden Indikatoren – gleichwertig zu einem ‚innerhalb-ökologischer-Grenzen-BIP‘ als Parameter für unser Streben heranzuziehen. Auch wir Menschen hören irgendwann auf, körperlich zu wachsen, innerliches Wachstum ist jedoch grenzenlos. So gesehen steckt unsere Ökonomie vielleicht gerade in einer Pubertät; weniger quantitatives Wachstum, dafür mehr in der Qualität. 

Was sollten wir tun und was sollten wir lassen, um qualitative Ökonomie zu schaffen?

Lassen sollten wir fast alles, was bisher als völlig normal gilt: ‚Feuer zu machen‘, um Energie zu erzeugen, die Extraktion des Planeten voranzutreiben, um Produkte herzustellen, die nicht auf Langlebigkeit ausgelegt sind und Kapital in Bereichen zu akkumulieren, in denen weder das Wohl der Menschen noch des Planeten im Vordergrund stehen.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass konsequentes Vorantreiben erneuerbarer Energien, das Denken in Kreisläufen und die Wertschätzung – und entsprechende Kapitalverteilung – in Bereichen wie Gesundheit, Pflege, Bildung und Kultur eine Qualitative Ökonomie ausmachen.

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