Daniel Wiegand

Für eine emissionsfreie Luftfahrt.

Daniel Wiegand ist Mitgründer und war der erste CEO von Lilium. Einer Firma, die die Welt der Luftfahrt revolutioniert. Seine wegweisende Vision und sein unermüdlicher Einsatz haben dazu geführt, dass Lilium sich als Vorreiter in der Entwicklung von elektrischen senkrecht startenden und landenden (eVTOL) Flugzeugen etabliert hat. Doch sein Einfluss erstreckt sich weit über die Luftfahrtbranche hinaus und hat auch in der Qualitativen Ökonomie eine bedeutende Spur hinterlassen.

Daniel Wiegand wurde während seines Masterstudiums in Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität München von einer innovativen Idee ergriffen. Seine Vision war es, eine nachhaltige und zugängliche Lösung für regionale Luftfahrt zu entwickeln. Diese Vision führte zur Gründung von Lilium im Jahr 2015, wo er als CEO bis 2022 diente.

Eine seiner bedeutendsten Leistungen war die Entwicklung der komplexen Architektur des Lilium-Jets. Dieses elektrische Flugzeug zeichnet sich durch seine hohe Geschwindigkeit, emissionsfreien Betrieb und geringe Lärmbelastung aus. In seinem Kern steckt die bahnbrechende Technologie des “Ducted Electric Vectored Thrust (DEVT)” die es dem Flugzeug ermöglicht, senkrecht zu starten und zu landen.

Nach seiner Zeit als CEO hat Daniel Wiegand weiterhin eine entscheidende Rolle bei Lilium übernommen. Als Chief Engineer für Innovation und Zukunftsprogramme sowie Mitglied des Verwaltungsrats treibt er die Vision von Lilium weiter voran. Sein Engagement für nachhaltige und zugängliche regionale Luftmobilität bleibt ungebrochen.

Daniel Wiegand ist nicht nur ein Luftfahrtpionier, sondern auch ein Botschafter für nachhaltige Mobilität und Innovation. Sein Einfluss auf die Qualitative Ökonomie zeigt sich in der Förderung von technologischem Fortschritt und der Gestaltung einer Zukunft, in der nachhaltige Mobilität eine Schlüsselrolle spielt. Seine Leistungen werden nicht nur Lilium, sondern auch der gesamten Welt zugutekommen, wenn nachhaltige, leise und schnelle regionale Luftmobilität Realität wird.

Ein Kurzinterview. Auch über Technologie, die die Welt verändert und die Herausforderungen des Klimawandels lösen hilft. Und über Mut, Optimismus und Entschlossenheit.

Wie sehen Sie die Welt im Jahr 2050, und was wünschen Sie sich?

In 26 Jahren haben wir hoffentlich eine Welt, in der Demokratie, Frieden und Freiheit viel stärker verankert und verbreitet sind als heute. Ob uns das gelingt, erscheint mir aus heutiger Sicht aber nicht gesichert, nicht einmal als wahrscheinlich. Viel optimistischer bin ich dagegen in der Frage des Klimawandels. Ich bin überzeugt davon, dass uns neue Technologien den Weg eröffnen werden, die Herausforderung des Klimawandels zu meistern. Überall wird an technischen Lösungen gearbeitet. Wenn wir Deutsche hier auch in der Politik mit mehr Optimismus und Grundvertrauen an die Sache gehen würden, könnte sich die Transformation sogar beschleunigen. Mit Bedenkenträgerei, Skepsis und Langsamkeit ist die Zukunft nicht zu gewinnen. Mut, Optimismus und Entschlossenheit schaffen Zukunft. Konkret für uns bei Lilium bedeutet das: Wir werden 2050 unsere Technologie für das elektrische Fliegen in Flugzeuge mit 50-100 Passagieren gebracht haben. Batterien werden sich gegenüber Wasserstoff durchsetzen in der Luftfahrt. Elektrische Antriebe sollten Flugzeugen 2050 schon deutlich weiter als 1.200 km Reichweite verleihen. Das ist die Reichweite von 4/5 aller Flüge weltweit. Wir könnten dann 80 Prozent aller Flüge bereits elektrisch und ohne CO2 Emissionen gestalten.

Warum macht die Zukunft ein anderes Wirtschaften notwendig?

Demographie, Technologie und Klimaschutz sind die Treiber der Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Sie verlangen von uns eine Transformation in fast allen Bereichen. Das löst bei vielen Menschen Stress aus – und das ist eine Gefahr für eine erfolgreiche Veränderung. Aber an der Notwendigkeit der Veränderung gibt es keinen Zweifel.

Erzählen Sie uns bitte von einem Schlüsselerlebnis, das Ihre Weltanschauung verändert hat.

Während meines Studiums war ich sehr ingenieurwissenschaftlich orientiert und hatte das Gefühl, dass die Haupthürde für die Lösung von Problemen wie dem Klimawandel eine technische ist. Und in der Tat ist es in einigen Branchen – wie der Luftfahrt – schwierig, sie nachhaltig zu gestalten. Aber während meiner Zeit bei Lilium habe ich erkannt, dass Ingenieure immer Lösungen finden und es mehr Möglichkeiten gibt, als man sich vorstellen kann. Die eigentliche Herausforderung, vor der wir stehen, und die Hürde, die uns bremst, ist psychologischer Natur – sie liegt in unseren Köpfen. Wenn eine Gesellschaft nicht an die Technologie und unsere Fähigkeit glaubt, eine bessere Zukunft zu gestalten, dann finanziert sie keine neuen Technologien, geht die damit verbundenen Risiken nicht ein, beseitigt die Bürokratie nicht und gerät ins Hintertreffen, sowohl bei der Lösung von Problemen wie dem Klimawandel als auch bei der allgemeinen Wettbewerbsfähigkeit.

Was sind die für Sie wichtigsten Parameter der Qualitativen Ökonomie? 

Die wichtigsten Parameter sind für mich Mut zu diffenziertem Denken und zur Disruption des Konsenses. Dies eröffnet neue Perspektiven und ermöglicht innovative Lösungen für komplexe wirtschaftliche Herausforderungen. Zudem ist das interdisziplinäre Arbeiten von großer Bedeutung, da es den Horizont erweitert und vielfältige Ansichten und Kompetenzen in die Gestaltung von wirtschaftlichen Strategien einbezieht.

Eine 360-Grad-Stakeholderbetrachtung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle, da sie sicherstellt, dass nicht nur die Interessen der Aktionäre, sondern auch die aller Beteiligten angemessen berücksichtigt werden. Die Förderung der Resilienz ist ein weiterer wichtiger Aspekt, da eine widerstandsfähige Wirtschaft besser auf unvorhergesehene Krisen und Veränderungen reagieren kann.

Zusätzlich halte ich ein gesundes Maß an Skepsis vor Plänen, die weiter als 3 Jahre in die Zukunft weisen, für unerlässlich. 10-Jahrespläne und Gesamtpläne sind oft zu starr und können in einer sich rasch wandelnden Welt leicht in die Irre führen. Es ist daher ratsam, flexiblere und anpassungsfähigere Ansätze zu verfolgen, um den Anforderungen der Qualitativen Ökonomie gerecht zu werden.

Was sollten wir tun, und was sollten wir lassen, um qualitative Ökonomie zu schaffen?

Wir sollten die Parameter, die ich in der letzten Antwort ausführte, berücksichtigen.

Und nicht vergessen, was der Begriff der „Quality Economy“ bereits ausdrückt. Neben Quantitativem, das unter anderem durch Technologie repräsentiert ist, brauchen wir Qualitatives, die unter anderem durch Psychologie repräsentiert ist: Mit Mut und Optimismus an die Zukunft glauben!

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