Dirk Ramhorst

Für die Nutzung von KI.

Dirk Ramhorst setzt sich bereits seit mehreren Jahrzehnten für die digitale Transformation ein und genießt hierbei nicht nur in Deutschland, sondern auch international eine hohe Anerkennung. Er ist seit Januar 2026 Chief Transformation Officer EMEA bei ServiceNow und verantwortet in dieser Rolle globale Transformationsprozesse vieler Unternehmen. Unter seiner Verantwortung werden unter anderem KI-gestützte Workflows für Unternehmen erfolgreich implementiert. Auch spricht er öffentlich über Künstliche Intelligenz und hilft vielen Unternehmen neue Perspektiven zu erlangen.

Er hat zeigt dabei nicht nur ein tiefes technologisches Verständnis, sondern legt Wert auf operative Exzellenz. Er zählt mit seiner strategischen Weitsicht zu den einflussreichsten Chief Digital Officers Deutschlands. In führenden Positionen verantwortete er bei Siemens, BASF, WACKER, und Evonik über viele Jahre hinweg wegweisende IT- und Transformationsprogramme.

Dirk Ramhorst denkt nicht von Quartal zu Quartal, sondern verfolgt stets einen langfristigen Ansatz. Bei der Implementierung von IT-Strategien betrachtet er diese stets als Instrument zur Steigerung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Genau in diesem Feld sieht Dirk Ramhorst immer wieder, wie KI einen positiven Einfluss auf Unternehmen haben kann, wenn sie richtig in bestehende Prozesse eingebettet wird und auf echte Geschäftsziele, als Hebel für nachhaltiges Wachstum, einzahlt.

Diese Ausrichtung ist auch exemplarisch für die Prinzipien der Quality Economy, bei der sich eine langfristige nachhaltige Wertschöpfung, menschenzentrierte Transformation und technologische Innovationskraft vereinen.

Neben seiner internationalen Managementkarriere engagiert sich Dirk Ramhorst seit vielen Jahren intensiv für den internationalen Segelsport und den Olympiastandort Kiel. Er ist Regatta Chairman und Sportdirektor der Kieler Woche, der größten Segelveranstaltung der Welt. Er unterstützt dabei aktiv die Positionierung Kiels als internationale Bühne für olympischen Segelsport und trägt maßgeblich zur weltweiten Sichtbarkeit des Standorts bei. Besonders wichtig sind ihm hier die Erkennung und die Förderung von Talenten.

Seine Fähigkeit, komplexe technologische Entwicklungen in nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg zu übersetzen, sein weitsichtiges Handeln und sein Anspruch, ambitionierte, aber erreichbare Ziele zu verfolgen, machen ihn zu einem herausragenden Vertreter der Quality Economy. Die Hall of Future würdigt Dirk Ramhorst als Wegbereiter einer digitalen Zukunft mit Substanz und langfristiger Verantwortung.

Ein Kurzinterview. Auch über Werte und eine neue Gesundheit – die unseres Planeten.

Wie sehen Sie die Welt im Jahr 2050, und was wünschen Sie sich?

Die globalen Konflikte auf Welt werden friedlich ausgetragen, etablierte Regeln werden geschätzt und gelebt. Neue Technologien wie KI haben sich etabliert und dazu beigetragen die Herausforderungen der Menschheit (Krankheiten etc.) zu lösen oder zu begrenzen. Die globale Klimaveränderung konnte begrenzt werden und Deutschland schaut nach 10 Jahren positiv auf die Impulse durch die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2040.

Warum macht die Zukunft ein anderes Wirtschaften notwendig?

Die Effekte des Gefangenen Dilemmas wurden verstanden und vor dem Hintergrund limitierter Ressourcen und gemeinsamer Herausforderungen findet ‚Wirtschaften‘ kooperativer statt vollkommen dem Wettkampf unterliegend statt, allerdings dennoch im Rahmen gelebter Souveränität.

Erzählen Sie uns bitte von einem Schlüsselerlebnis, das Ihre Weltanschauung verändert hat.

Die zweite Amtszeit von TRUMP.

Was sind die für Sie wichtigsten Parameter der Qualitativen Ökonomie? 

Menschliches Wohlbefinden & Würde

Arbeit sollte nicht nur Einkommen generieren, sondern Sinn stiften. Ob Menschen in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit Autonomie, Kompetenz und soziale Einbindung erleben, ist mindestens so wichtig wie der Lohnsatz.

Vertrauen & soziales Kapital

Wirtschaften ist ein zutiefst soziales Phänomen. Gesellschaften mit hohem institutionellem und interpersonellem Vertrauen funktionieren ökonomisch effizienter und gerechter – ohne dass dies in klassischen Kennzahlen wie BIP auftaucht.

Regenerationsfähigkeit der natürlichen Ressourcen

Nicht Wachstum per se, sondern ob wirtschaftliche Aktivität innerhalb der planetaren Grenzen stattfindet. Ein Unternehmen, das seinen Rohstoffkreislauf schließt, schafft qualitativen Mehrwert, der bilanziell unsichtbar bleibt.

Resilienz & Robustheit

Effizienz ohne Puffer ist fragil. Die Fähigkeit eines Wirtschaftssystems (oder Unternehmens), Schocks zu absorbieren, ist ein entscheidender qualitativer Parameter – COVID und Lieferkettenkrisen haben das dramatisch verdeutlicht.

Verteilungsqualität

Nicht nur wie viel erwirtschaftet wird, sondern wie es verteilt wird – und ob die Regeln der Verteilung als legitim empfunden werden. Ungleichheit, die als ungerecht gilt, erodiert sozialen Zusammenhalt.

Zeitsouveränität

Können Menschen über ihre Zeit verfügen? Haben sie Raum für Familie, Muße, Ehrenamt, Kreativität? Volkswirtschaften, die ihre Bürger in permanenter Verfügbarkeit halten, kaufen Produktivität auf Kosten von Lebensqualität.

Innovationsqualität

Nicht jede Innovation schafft echten Fortschritt. Die Frage, ob technologischer Wandel echte menschliche Probleme löst oder nur neue Abhängigkeiten schafft, ist zentral.

Was sollten wir tun, und was sollten wir lassen, um qualitative Ökonomie zu schaffen?

WAS WIR TUN SOLLTEN

Wahre Kosten internalisieren

Preise müssen die vollen gesellschaftlichen und ökologischen Kosten widerspiegeln. CO₂-Bepreisung, aber auch die Kosten von Einsamkeit, Burnout oder Bodendegradation gehören in die Kalkulation – nicht in externe Bilanzen.

Neue Messgrößen etablieren

BIP als alleiniger Wohlstandsindikator ist überholt. Alternativen wie das Genuine Progress Indicator (GPI), Doughnut Economics (Kate Raworth) oder nationale Wohlfahrtsindizes ernst nehmen und politisch verbindlich machen.

Langfristigkeit institutionell verankern

Quartalsdenken durch Strukturen ersetzen, die längere Zeithorizonte belohnen: Mitarbeiterbeteiligung, Genossenschaftsmodelle, Stiftungsunternehmen, langfristige Investitionsanreize.

Bildung neu ausrichten

Nicht primär auf Verwertbarkeit, sondern auf kritisches Denken, emotionale Intelligenz, ökologisches Grundwissen und die Fähigkeit, in Systemen zu denken.

Lokale und regionale Wirtschaftskreisläufe stärken

Resilienz entsteht durch Nähe und Vielfalt, nicht durch maximale Effizienz globaler Monostrukturen.

Arbeit neu bewerten

Pflege-, Erziehungs- und Gemeinschaftsarbeit sind wirtschaftlich produktiv – auch wenn sie oft unbezahlt oder schlecht entlohnt bleiben. Das muss sich ändern.

WAS WIR LASSEN SOLLTEN

Wachstum um des Wachstums willen

Expansion als Selbstzweck – ohne die Frage wohin und für wen – ist ökonomisch wie ethisch eine Sackgasse. Degrowth in bestimmten Sektoren ist kein Tabu mehr.

Externalitäten systematisch ausblenden

Die Praxis, Kosten auf Gesellschaft, Umwelt oder zukünftige Generationen abzuwälzen, ist im Kern eine Form von Subvention auf Kosten anderer.

Komplexität als Selbstzweck produzieren

Finanzprodukte, bürokratische Strukturen, technologische Systeme, die nur deshalb komplex sind, weil Komplexität Renten erzeugt – das bremst echte Wertschöpfung.

Die Illusion der vollständigen Optimierbarkeit

Nicht alles, was wertvoll ist, ist messbar. Und nicht alles, was messbar ist, ist wertvoll. Der Irrglaube, man könne Gesellschaft wie eine Maschine optimieren, hat viel Schaden angerichtet.

Kurzfristige Anreizstrukturen perpetuieren

Bonussysteme, die kurzfristigen Gewinn über nachhaltige Entwicklung stellen, zerstören langfristig mehr Wert, als sie schaffen.

Den Menschen auf seinen ökonomischen Nutzen reduzieren

Human Resources ist ein verräterischer Begriff. Menschen sind keine Ressource – sie sind Zweck, nicht Mittel.

Das eigentliche Kernproblem

Die meisten dieser Punkte wissen wir schon lange. Die Schwierigkeit ist nicht intellektueller, sondern institutioneller und psychologischer Natur: Bestehende Machtstrukturen profitieren vom Status quo, und kurzfristige Anreize dominieren über langfristige Vernunft.

Qualitative Ökonomie ist deshalb auch immer eine Frage der Governance – wer darf die Regeln setzen, und in wessen Interesse?

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