Sybille Wasmuth
Für ein qualitatives Wirtschaftssystem durch passionierte Teams und innovative Arbeitsweisen.
Sybille Wasmuth ist seit 2024 CFO der Bielefelder Dr. Wolff Group. Dabei versteht sie in ihrer Rolle als CFO Zahlen als Werkzeug der proaktiven Gestaltung und nicht der bloßen Administration. Sie baut stets eine zukunftsfähige Finanzarchitektur, welche das strategische Nervensystem von resilienten Unternehmen darstellt. Dabei hat sie seit über 15 Jahren tiefgehende Führungserfahrung in der globalen Konsumgüterindustrie (FMCG). Diese erarbeitete sie sich bei Branchengrößen wie Beiersdorf, British American Tobacco oder auch der Zumtobel Group.
Die gebürtige Ostwestfälin, die mit ihrer 2024 angetretenen Rolle auch wieder in ihre Heimat zurückkehrte, bricht traditionelle Silos auf. Ihr Führungsanspruch ist dabei, dass eine Finanzabteilung nicht im Elfenbeinturm agieren darf, sondern als „True Business Partner“ auf Augenhöhe verstanden werden muss und somit cross-funktionale Unternehmensinteressen von der Supply Chain über die Forschung bis hin zum Marketing intelligent miteinander verknüpft.
Für Sybille Wasmuth misst sich die Qualität eines Wirtschaftssystems im Digitalisierungszeitalter auch an einer neuen, aber entscheidenden Metrik, welche heute noch zu selten betrachtet wird: dem Einfluss von Automatisierung auf den Umsatz pro Mitarbeiter. Wachstum wird nicht mehr eins zu eins mit neuen Stellen untermauert, sondern kann auch durch den gezielten Einsatz von KI innerhalb bestehender Teams gehebelt werden. Dabei geht es bei ihr zurzeit konkret um die Automatisierung von Reporting und Planung zur Verkürzung von Reporting-Zyklen im Finanzbereich bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung oder auch um datengestützte Entscheidungen zum effizienten Einsatz von Marketingausgaben.
Trotz des Effizienz-Fokus bemisst sich die Qualität eines Wirtschaftssystems für Sybille Wasmuth fundamental am Faktor Mensch. Sie führt mit einem klaren Anspruch, welcher Höchstleistung untrennbar mit Empathie und Unterstützung verbindet und ist überzeugt, dass Teams mit Freude an der Arbeit, Berge versetzen können. Aus der festen Überzeugung, dass diverse und inklusive Organisationen innovativer und erfolgreicher sind, engagiert sie sich seit vielen Jahren auch aktiv für strukturelle Chancengleichheit und leitete unter anderem Women in Leadership-Initiativen im Finanzbereich.
Sybille Wasmuth ist mit ihrem Einsatz für Innovationen und Menschen eine der passionierten Vorreiter der Quality Economy. Apropos Reiter: Den optimalen Ausgleich zu den dynamischen Herausforderungen der Finanzwelt findet die passionierte Reiterin in der Natur, wo nachhaltiges Wachstum seit jeher im perfekten Gleichgewicht verläuft.
Ein Kurzinterview. Über einen gemeinsamen Weg nach einem neuen Wohlstandsprinzip.
Wie sehen Sie die Welt im Jahr 2050, und was wünschen Sie sich?
Umverteilungskampf? Der Stärkere gewinnt? Der Reichere gewinnt? Der Intelligenteste gewinnt? Oder wie Darwin gesagt hat, der Anpassungsfähigste? Und alle anderen verlieren an Wohlstand, Freiheit, Eigenständigkeit… Oder wäre dann limitierter Platz (wie auf der Arche), das Ergebnis? Kein erstrebenswerter Ausblick. Somit wünsche ich mir, dass wir alle gemeinsam einen Weg finden für das neue Wohlstandsprinzip „Beyond Wachstum“ und im Jahr 2050+ auf der Basis der neuen Idee auch Themen wir Naturerhalt, Sustainability, usw. eine realistische Perspektive haben.
Warum macht die Zukunft ein anderes Wirtschaften notwendig?
Limitierte Ressourcen, begrenzter Platz erfordern ein Denken, das über reines Mengen-Wachstum hinausgeht.
Erzählen Sie uns bitte von einem Schlüsselerlebnis, das Ihre Weltanschauung verändert hat.
Aufgewachsen in Ostwestfalen auf dem Bauernhof, gab es einen schönen Ort, den mein Opa damals als Sommerweide für die Kühe gekauft hatte. Ein Fluss im Tal versorgte sie mit Wasser, der Wald auf der anderen Seite des Tals mit Schatten bei zu großer Hitze. Im Jahr 2020 war der Wald auf einmal abgestorben. Über 40 Jahre war er da, jetzt stehen dort Baumkrater oder nichts. Nicht weil er abgeholzt worden ist, sondern, weil die Fichten dem Borkenkäfer erlegen sind. Wetterextreme als Stichwort. Zu wenig Regen in den Vorjahren, hat das Immunsystem der Fichten geschwächt und dem Borkenkäfer Nahrung verschafft. Wir können mit quantitativem Wachstum basierend auf billiger Energie zu Lasten der Erde nicht dauerhaft weitermachen. Ein neues System muss her, das nicht auf Ausbeutung basiert sondern Nachhaltigkeit aber dennoch Wohlstand für alle schafft.
Was sind die für Sie wichtigsten Parameter der Qualitativen Ökonomie?
Die Ergänzung der rein zahlenbasierten Wirtschaft um Werte wie Lebensqualität, Nachhaltigkeit, Wertschätzung untereinander… Die Kombination aus beidem macht den Unterschied. Harte KPIs wirtschaftlichen Erfolgs werden trotzdem weiter eine zentrale Rolle spielen, aber sie können mit weiteren Faktoren angereichert werden. Ziel wäre es, das in Einklang zu bringen, eine Harmonie untereinander, die auch gar nicht in Frage gestellt wird, weil: Es gehört sich so.
Was sollten wir tun, und was sollten wir lassen, um qualitative Ökonomie zu schaffen?
Wir müssen einen Weg finden, dass es attraktiv ist für wesentliche Treiber in der Gesellschaft und Weltordnung. Wenn der Markt nachfragt, passiert es automatisch.
